Hartmut Rosa: Resonanz


hartmut-rosaAm 30. September sprach Hartmut Rosa über seine um den Kernbegriff der Resonanz >> kreisende "Soziologie der Weltbeziehungen":

Wenn Menschen sich an ihrem Wohnort und in ihrem Land nicht mehr zuhause fühlen, sich vielmehr subjektiv als Fremde in der eigenen Heimat erleben, dann hat das womöglich nicht allein mit dem beschleunigten Wandel zu tun, der im Zuge marktwirtschaftlicher Prozesse und globaler Völkerwanderungen unaufhaltsam noch den letzten Winkel der Provinz erfaßt; es liegt vielleicht auch an mangelhafter politischer Resonanz: Die Bürger fühlen ihre Ängste und Nöte von der Politik nicht zureichend ernstgenommen.

Sie haben unter Umständen auch den Eindruck, es fehle ihnen die Möglichkeit, auf die konkreten Prozesse einzuwirken, sie mitzugestalten und sich selbst als politisch wirksam zu erfahren und somit eine gelingende Beziehung zu ihrer Umwelt herzustellen.Stattdessen erleben sie die Mitwelt als ihnen entfremdet, als stumm oder als zurückweisend.

Der Jenaer Soziologe und Beschleunigungstheoretiker Hartmut Rosa analysierte in seinem Stuttgarter Vortrag, einen Aspekt dieses mitsprachepsychologischen Problems und unterbreitete seinen auf der schwingungstheoretischen Metapher der Resonanz basierenden Lösungsvorschlag. Der fehlende Widerhall – das ausbleibende Zurück-Tönen (Re-Sonanz) – in der Kommunikation zwischen Politik und Volk könnte ein Grund für das existierende Unbehagen in Teilen der Gesellschaft sein.

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