Dass jegliche Kultur technisch geformt ist, in der Geschichte freilich
unterschiedlich ausgeprägt nach Maßgabe unterschiedlicher Typen von
Real-, Intellektual- und Sozialtechniken, ist Thema
technikphilosophischer Reflexionen seit der Antike. Technik als
kulturelles Medium theoretischer und praktischer Welterschließung kann
daher nicht gegen eine als "geistig" erachtete Kultur ausgespielt
werden (Kulturpessimismus), und umgekehrt darf ein Medium nicht als
Mittel allseitiger Problemlösung einschließlich der hieraus
abgeleiteten Probleme begriffen werden (Technikoptimismus,
Technokratie).
Die Projektreihe Technikphilosophie widmete sich der
Frage der Medialität des Technischen im (dynamischen) Spannungsfeld
zwischen Wissen, Konstruktion, normativer Orientierung und
institutionell verfestigten Handlungsmustern in der Absicht, eine
technomorphe Technikphilosophie zugunsten einer kulturhermeneutischen
Reflexion des Technischen zu überwinden.





