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Symposium: Der Aufbruch in die Moderne - Herwarth Walden und die europäische Avantgarde


Die europäische Moderne hatte für mehr als ein Jahrzehnt ihre wichtigste Plattform in einer Zeitschrift: Der Sturm. 1910 von Herwarth Walden in Berlin gegründet, avancierte sie schon bald zum internationalen Forum, welches sich der Bekanntmachung der neuen, modernistischen Tendenzen in den Künsten in radikaler Weise verschrieb. 

Im Sturm erschienen Oskar Kokoschkas frühe Zeichnungen und sein aufsehenerregendes Drama „Mörder, Hoffnung der Frauen“; die Zeitschrift stand sowohl den italienischen Futuristen, den französischen Kubisten wie auch osteuropäischen Avantgarde-bewegungen offen. In einer oft skandalerregenden und revolutionären Weise führte Walden die Auseinander-setzung mit den Errungenschaften und Begleiterschei-nungen der wirtschaftlich-industriellen Moderne: der Technisierung und Beschleunigung des Alltags, wie sie z.B. die Futuristen propagierten, aber auch der Krise des Subjekts in der modernen Massengesellschaft, wie sie sich z.B. in der expressionistischen Lyrik manifes-tierte – in die gesellschaftliche und kulturpolitische Diskussion ein. Er eröffnete den modernen Kunst- und Literaturauffassungen zunächst außerhalb, nach und nach auch innerhalb des traditionellen deutschen Kulturbetriebs neue Artikulations-, Präsentations- und Inszenierungsräume. Wenn die Vertreter der sog. „historischen“ Avantgarden – des Futurismus, Kubismus, Orphismus, Expressionismus oder Fauvismus – heute zu den herausragenden Künstlern des 20. Jh.s zählen, ist dies nicht zuletzt das Verdienst Waldens, der sie durch seine vielfältigen Aktivitäten bekannt machte und vermarktete.

Als Herausgeber des Sturm und Gründer der gleichnamigen Galerie, Bühne und Kunstschule, als Besitzer einer umfangreichen privaten Sammlung sowie als Publizist, Komponist, Schriftsteller und unermüdlicher Organisator von Wanderausstellungen und kulturellen Veranstaltungen, war Herwarth Walden nicht nur international agierender „Kulturmanager“ im heutigen Sinne des Wortes, sondern auch Propagandist und Protagonist der Moderne: er war, um es in einem technischen Bild auszudrücken, der „Motor“ der Avantgarde in Deutschland.

Eine Veranstaltung des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart und des Schauspiel Stuttgart, in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart und 
in Verbindung mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. 

Mit freundlicher Unterstützung der Vereinigung von Freunden der Universität Stuttgart und der Landeshauptstadt Stuttgart. 

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