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Lebende Bauten - Trainierbare Tragwerke

18-baskettreeSeit 2004 besteht am IGMA (Institut Grundlagen Moderner Architektur und Entwerfen) das Forschungsfeld "Baubotanik".

Der Begriff "Baubotanik" ist am IGMA entwickelt worden und beschreibt die Idee, Tragstrukturen aus lebenden Holzpflanzen zu bilden. Versucht wird, die natürliche Gestaltentwicklung bei Pflanzen unter gezielter Ausnutzung ihrer Wachstumsprinzipien mit den Vorgehensweisen ingenieurmäßigen Konstruierens zu verbinden. So können die Selbstbildungs-, Selbstreparatur- und Selbstoptimierungsprozesse lebender Systeme zur Bildung optimierter, adaptiv wachsender Bauteile nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig fallen die Gestaltqualitäten lebender Bäume mit den statischen Funktionen und baulichen Anforderungen einer Tragstruktur in einem Bauteil zusammen. Erste Ergebnisse sind schon in mehreren prototypischen Bauten verwirklicht.

18-baskettreerUm das Forschungsvorhaben "Baubotanik" in seiner ganzen Vielfalt erfassen und weiterentwickeln zu können, ist es in ein interdisziplinäres Netzwerk eingebunden. Die vom IGMA und dem IZKT gemeinsam durchgeführten Veranstaltungsreihe "Lebende Bauten - Trainierbare Tragwerke" versucht, die Baubotanik aus naturwissenschaftlicher, architektur- und kulturtheoretischer Sicht zu beleuchten und weiter zu denken. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei das völlig neuartige Natur-Artefakt-Verhältnis der Bauweise: In Folge von Wachstumsprozessen und gezieltem Training durch Belastung erhöht sich die Stabilität der Bauten und lebenden Tragstrukturen reagieren adaptiv auf die jeweiligen Umwelt-bedingungen, statt dem schleichenden Verfall und Verschleiß des Materials ausgesetzt zu sein. Dies führt allerdings auch dazu, dass die zukünftige Gestalt der Bauten zwar prognostiziert, aber nie mit Sicherheit exakt vorhergesagt werden kann. Damit gibt der Architekt einen großen Teil seiner Gestaltungshoheit an die Natur - den Baum - ab, der seinen eigenen konstruktiven Gesetzen und physiologischen Zwängen gehorcht. Diese Verschiebung von Kompetenzen im Verhältnis Natur - Artefakt bringt auch eine neue Verantwortung für den Architekten mit sich, der es gilt gerecht zu werden.

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Im Rahmen des Projekts wurde eine Vortragsreihe angeboten, die wichtige Schwerpunkte behandelte. Unter dem Titel "Unnütze Natur" wurde die Bedeutung der Konstruktion, der Biologie und der Kulturtheorie für die Baubotanik erläutert. Eine Übersicht und zusätzlichen Informationen dazu finden Sie unter Links.

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