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Do, 21. Januar 2016 19:30

AUSGEBUCHT! Elysée-Festvortrag: Pascale Hugues (Berlin): Frankreich und Deutschland – amour fou oder Vernunftehe?

Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1

Die Beziehung zwischen Deutschen und Franzosen ist heute durch eine seltsame Mischung aus Gleichgültigkeit, Bewunderung und Neid geprägt: Gleichgültigkeit, weil man sich in einer globalisierten Welt kaum noch füreinander interessiert - ein Preis der Normalisierung; Bewunderung, insofern Deutschland in Frankreich beständig als Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell angepriesen wird und zugleich viele Deutsche eine tiefe Sehnsucht nach dem französischen savoir vivre hegen und mit Staunen auf jenen lebendigen republikanischen Geist blicken, der sich in der selbstbewussten Reaktion auf die Attentate im Januar und November 2015 artikulierte. Wie in einer Familie wurden die Reihen geschlossen als die Terroranschläge das Land erschütterten. Die Deutschen, allen voran Angela Merkel, haben wichtige Zeichen der Solidarität mit Frankreich ausgesandt. Unzählige Deutsche sprachen ihr aufrichtiges Beileid aus. Ein gewisser Neid existiert trotz dieser Solidarität, weil für viele Franzosen die ökonomischen Erfolge und das politische Gewicht Deutschlands in der EU nur schwer zu ertragen sind. Aus dieser Mischung erwachsen gefährliche Klischees. Angela Merkel und Wolfgang Schäuble werden als deutsche Personifikationen einer materialistischen Weltsicht gezeichnet, die dem Rest Europas aufgezwungen werden soll. François Hollande scheint hingegen aus deutscher Sicht wie die Inkarnation der französischen  Reformunfähigkeit. Nur wenn wir diese Konstellation nüchtern analysieren, können wir zu ihrer Überwindung beitragen.

Pascale Hugues, französische Journalistin und Schriftstellerin, lebt in Berlin und gilt als eine der wichtigsten Stimmen im deutsch-französischen Dialog.

In deutscher Sprache.
Die Veranstaltung wird von der DVA-Stiftung gefördert.
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