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Ringvorlesung: Wasser – Lebensraum, Sehnsuchtsort, Ressource (SS 2018)

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Seit jeher lebt der Mensch von und mit dem Wasser. Für die Nomaden waren Quellen nicht nur die Knotenpunkte ihrer Wege- netze, sondern Symbole des Lebens, ja phantasieumgarnte Sehnsuchtsorte. Durch die Sesshaftwerdung wurde Wasser jedoch zu einer Ressource, die es zu managen gilt, die genutzt, gehandelt und erobert werden kann. Heute scheint diese enge Beziehung des Menschen zum Wasser in einer Krise. In den Ozeanen schwimmen Inseln aus Plastikmüll, während das Trinkwasser in vielen Regionen zu einem knappen und daher umkämpften Gut wird. Steigende Meeresspiegel und Wasserextreme zeigen die dunkle Seite des Wassers und nötigen zu einer Reflexion über den nachhaltigen Umgang mit einem vielschichtigen, manchmal tückischen, aber immer faszinierenden Element.

Die Ringvorlesung führt Aspekte unseres Umgangs mit Wasser, seiner Deutung wie wissenschaftlichen Erforschung aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten zusammen. Angeboten wird zudem ein  BEGLEITPROGRAMM>> mit exklusiven Exkursionen, für die wir Eintrittskarten verlosen.

Eine Veranstaltung des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart und der Stadtbibliothek Stuttgart. In Kooperation mit dem Lindenmuseum Stuttgart, der Wilhelma. Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart, der SES-Stadtentwässerung Stuttgart, der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V., der Landesinitiative „Unser Neckar“ und dem BMBF-Forschungsprojekt WECHSEL der Universität Stuttgart.



PROGRAMM 

Mo, 30. April 2018 19:00

Hartmut Böhme: Tiefe, die verlockt und verschlingt. Zur Kulturgeschichte des Wassers

Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1

Wasser, das aquatische Element, ist das Medium der kulturellen Entwicklung. Ohne die Nutzung von Flüssen und Meeren durch Schiffe hätte sich der Mensch niemals zum „Herren der Erde“ entwickelt. „Weltbewußtsein“ (A. v. Humboldt) ist ein Effekt der seefahrerischen Unternehmen. Staatliche Macht, militärische Überlegenheit, technischer und handelskapitalistischer Reichtum wurden auf dem Meer ermittelt. Doch stets begegnet dabei auch die Fortuna mala, das Unglück, die Katastrophe. Das Risiko des Untergangs wie die Faszination der Rettung werden zu basalen Topoi der Kultur. Auf diese sehr alte Ambivalenz der guten und bösen Wasser haben wir heute eine kühle Antwort gefunden: die Versicherungspolice. 
Hartmut Böhme war bis zu seiner Emeritierung Professor für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

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